Hygiene-Frage der Woche

Mit dieser Rubrik der Hygiene-Akademie möchten wir Sie teilhaben lassen an unserem Beratungs-Alltag, der von vielen Fragen geprägt ist. Gleichzeitig nutzen wir hier das „Problem orientierte Lernen“ (POL), eine sehr effektive und nachhaltige Art des Wissenstransfers, um die alltäglichen krankenhaushygienischen Fragestellungen zu bearbeiten.

 

KW ...
Corona-Pandemie

Fragen der Woche

 

 

 

In Zeiten der Corona-Pandemie sind für uns zwei Dinge wichtig: Erstens die labordiagnostische Versorgung von Betroffenen, zweitens das Mithelfen bei der öffentlichen Aufklärung, um Fake-News entgegenzuwirken.

Unsere Experten vom Zentrum für Hygiene und Infektionsprävention sind nicht nur Berater zahlreicher Kliniken und Pflegeeinrichtungen, sondern auch gefragte Interviewpartner bei Themen, die die Öffentlichkeit bewegen.

Regelmäßig gibt Dr. Zinn seit mehreren Wochen Antworten auf Fragen wie zum Beispiel "Droht eine 2. Corona-Welle?" oder "Wie desinfiziere ich meine Atemmaske richtig?" 

Archiv

KW 11

Es gibt unterschiedliche Bezeichnungen für Atemschutzmasken. Was entspricht einer FFP2-Maske?

Aufgrund von unterschiedlichen weltweiten Standards im Bereich der Klassifizierung von Atemschutzmasken kommt es in der aktuellen Situation zu vermehrten Anfragen bzgl. der Äquivalenz von FFP2-Masken.
Folgende Standards weisen v.a. In Bezug auf die Filterung von Partikeln einen vergleichbaren Schutzgrad auf:

  • N95 (United States NIOSH-42CFR84)
  • FFP2 (Europe EN 149-2001)
  • KN95 (China GB2626-2006)
  • P2 (Australia/New Zealand AS/NZA 1716:2012)
  • Korea 1st class (Korea KMOEL - 2017-64)
  • DS (Japan JMHLW-Notification 214, 2018)

Weitere Informationen finden sich unter: https://multimedia.3m.com/mws/media/1791500O/comparison-ffp2-kn95-n95-filteringfacepiece-respirator-classes-tb.pdf

 

Moritz Schuster

KW 10

Bekomme ich im Falle einer verordneten Quarantäne weiterhin Gehalt gezahlt?

Antwort

Durch die aktuell sich ausbreitende SARS-CoV-2 Infektion werden durch die Gesundheitsämter oder auch die Betriebe selbst Schließungen veranlasst. Auch Mitarbeiter aus dem Außendienst, die sich beruflich in einer der betroffenen Regionen aufgehalten haben sind betroffen. Durch die zuständigen Gesundheitsämter kann zur Eindämmung schwerer Epidemien oder im Rahmen gefährlicher infektiöser Erkrankungen Vorsichtsmaßnahmen auf Basis des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) ergriffen werden. Als Beispiel dient in diesem Fall die Erkrankung und Therapie einer TBC.

Wenn ein Mitarbeiter in Quarantäne muss und keine Heimarbeit leisten kann, muss der Arbeitgeber keinen Lohn zahlen. Lohnfortzahlung erhält nur, wer akut erkrankt ist und dadurch arbeitsunfähig ist. Lohnfortzahlungen werden vom zuständigen Gesundheitsamt für die ersten sechs Wochen einer Quarantäne auf Basis des Nettoarbeitsentgeldes geleistet. Die Auszahlung erfolgt über den Arbeitgeber mit Erstattung durch die Behörden. Im Falle von Selbstständigen erfolgt die Auszahlung direkt über das Gesundheitsamt. Ab der siebten Woche wird eine Entschädigung in Höhe des Krankentagegeldes ausgezahlt.

Moritz Schuster

KW 9

Ist ein Schnelltest zum Ausschluss einer Influenza ausreichend?

Bezüglich der Diagnostik einer Influenza mittels Schnelltest lässt sich in den Empfehlungen des RKI folgendes finden:

„Für die Labordiagnostik von Influenza stehen als Methoden die Nukleinsäureamplifikationstechnik mittels PCR, der Antigennachweis mittels ELISA und im Schnelltest sowie die Viruskultur und der serologische Nachweis von Antikörpern zur Verfügung. Als Goldstandard hinsichtlich Sensitivität und Spezifität ist die PCR zu nennen.

Für den behandelnden Arzt kann bereits eine schnelle Diagnostik mittels Influenzaschnelltest (near-patient test) hilfreich sein. Die Sensitivität dieser Tests ist allerdings, je nach Influenzatyp bzw. -subtyp, lediglich gut bis mäßig. Bei gleichzeitig relativ hoher Spezifität hat ein positiver Schnelltest während einer Influenzawelle eine hohe Aussagekraft, jedoch schließen negative Tests eine Influenza nicht aus.“

Aus unserer Sicht kann also ein positives Ergebnis im Schnelltest eventuell dazu beitragen, etwas schneller eine Kohortierung von Patienten vornehmen zu können. Bei einem negativen Ergebnis ist aber die Influenza nicht ausgeschlossen, so dass hier zur Entisolierung auf die Bestätigung mittels PCR gewartet werden müsste.

Quelle:

RKI-Ratgeber Influenza (Stand: 19.01.2018): https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Influenza_saisonal.htm
 

Dr. med. Marc Szczyrba

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Für weitere Informationen kontaktieren Sie gerne:

Dr. med. Georg-Christian Zinn
Tel.: 06132 781-571