Frage des Monats - JUNI 2022

Mittwoch, 01 Juni 2022

Derzeit ist die korrekte Aufbereitung von TEE-Sonden ja immer wieder Gegenstand der Diskussion.

Was muss ich als Anwender diesbezüglich wissen, wie ordnen Sie das Thema ein?

Antwort des ZHI:

TEE-Sonden gehören zu den als „semikritisch“ eingestuften Medizinprodukten. Zu dieser Kategorie zählen unter anderem auch weitere Ultraschallsonden für die endokavitäre Anwendung (rektal / vaginal) sowie Video-Laryngoskope.

 

Die für Medizinprodukte zuständigen Obersten Landesbehörden (AGMP), das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Robert Koch-Institut (RKI) haben sich im Oktober 2021 erneut zur korrekten Aufbereitung dieser Medizinprodukte geäußert:

 

Die Aufbereitung mittels Wischdesinfektion komme aufgrund fehlender Validierbarkeit nicht mehr in Frage. Stattdessen sollten Tauchverfahren oder eine maschinelle Aufbereitung genutzt werden. Für beide Verfahren müsse das zuständige Personal ausreichend qualifiziert sein.

 

Bei der Tauchdesinfektion ist zu berücksichtigen, dass zahlreiche manuelle Arbeitsschritte mit entsprechend hohem Personaleinsatz erforderlich sind (Vorreinigung, Trocknung, Desinfektion, Spülung, erneute Trocknung, Dokumentation). Auch das Tauchgefäß selbst muss regelmäßig gereinigt und aufbereitet werden, dazu sind herstellerabhängig wiederum spezielle Bürsten und Tücher erforderlich.

 

Die maschinelle Aufbereitung dagegen übernimmt je nach Hersteller mehrere der manuellen Arbeitsschritte und liefert benutzerunabhängig ein einwandfreies Ergebnis, ist jedoch mit deutlich höheren Anschaffungs- und Betriebskosten verbunden.

 

Wir empfehlen grundsätzlich die Aufbereitung von Medizinprodukten in einem dafür vorgesehenen Arbeitsraum außerhalb des Untersuchungsraumes.

 

Welches Aufbereitungsverfahren in Frage kommt und wie die Ausgestaltung alltagstauglich gelingt, muss letzten Endes jeder Betreiber für sich festlegen. Wir unterstützen Sie dabei gerne und kompetent.

Die Kombination aus Wisch- und Tauchdesinfektion erfüllt unserer Ansicht nach die Kriterien einer sicheren Aufbereitung, auch wenn dieses Verfahren aufwändiger ist. Die KRINKO hat sich noch nicht zu der Thematik geäußert, in Fachkreisen wird darüber kontrovers diskutiert. Sobald weitere Informationen verfügbar sind, werden wir Sie auf unserer Homepage darüber informieren.