Frage des Monats - SEPTEMBER 2022

Donnerstag, 01 September 2022

In unserer OP-Abteilung werden häufiger, während einer OP geöffnete, aber ungenutzte Instrumente in Containern zurück in die ZSVA bzw. AEMP gebracht und dort ohne Vorreinigung und ohne Aufbereitung im RDG nach einer Sterilisation wieder mit dem im OP genutzten Instrumentarium, welches den kompletten Aufbereitungszyklus durchlaufen hat, zusammengeführt.

Wie ist dieses Vorgehen aus krankenhaushygienischer Sicht zu bewerten?

Antwort des ZHI:

Sterile Medizinprodukte wie z.B. OP-Siebe, deren Verpackung im OP-Saal beschädigt oder geöffnet wurde, müssen den kompletten Zyklus der Wiederaufbereitung bestehend aus Reinigung, Desinfektion, Prüfung auf Sauberkeit und technische-funktionelle Sicherheit und Sterilisation durchlaufen, um ein sicheres Aufbereitungsergebnis zu gewährleisten. Eine Kontamination dieser Medizinprodukte im OP-Saal kann nicht sicher ausgeschlossen werden. Darüber hinaus empfiehlt sich das geschilderte Vorgehen auch im Hinblick auf mögliche juristische Fragestellungen im Zusammenhang mit potentiellen Behandlungsfehlern.

Sterile Medizinprodukte, die im Sterilgutlager geöffnet werden, können hingegen nach Prüfung der technisch-funktionellen Sicherheit neu verpackt und sterilisiert werden. Die erneute Reinigung und Desinfektion ist in diesem letztgenannten Fall nicht notwendig, wenn eine Kontamination durch den Anwender ausgeschlossen werden kann.